Weda Elysia Tagebuch (Blog)

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Schmeterling

 

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Living Planet Report 2018 und nun?

Bild 1 Hektar

Was sagt uns der Living Planet Report 2018?

Die Situation für Deutschland in Kurzfassung!

1 Hektar große Gärtnerhöfe als Teil der Lösung?!

Hat Deutschland genug Platz für diese Idee?

Kann sich eine Familie von einem Hektar ernähren?

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LPR

Die Situation für Deutschland in Kurzfassung!

Wenn alle Menschen ihr Konsumverhalten beibehalten würden, bräuchten wir 2,6 Erden, denn der deutsche Fußabdruck liegt im Durchschnitt bei etwa 5 Hektar pro Mensch. Der gerechte ökologische Fußabdruck liegt jedoch nur bei 1,7 Hektar. Die Biokapazität liegt in Deutschland bei ca. 2 Hektar pro Mensch (Stand 2012). Das bedeutet, daß eine Familie mit fünf Menschen ca. 25 ha beansprucht, während nur 10 ha möglich sind. Es bedeutet auch, daß 15 ha pro Familie für den Erhalt unseres derzeitigen Lebensstandard in anderen Ländern und auf Kosten eines stabilen Ökosystems Weltweit beansprucht werden. Damit ist klar die jetzige Lebensweise der meisten Menschen in Deutschland, und auch in anderen Ländern, so nicht weiter geführt werden kann! Denn wir haben nur 1,0 Erden! Doch wie können wir unsere Lebensweise nachhaltig ändern?

Könnten 1 Hektar große Gärtnerhöfe das Problem lösen?

Der Gärtnerhof ist für uns die Lebensgrundlage einer Familie über Generationen. Er hat die Größe von ca. einem Hektar = 10.000 m² und ist Lebens- & Schöpfungsraum für eine Familie. Ein lebendiger Zaun aus Bäumen und Sträuchern markiert den Familienlandsitz in bunter Vielfalt. Er schenkt uns Früchte, Nüsse, Brennholz und Baumaterial. Tieren bietet der lebende Zaun Nahrungsquelle, Nistplatz & Unterschlupf. Ein drittel und mehr der Landsitzfläche besteht aus Mischwald. Das sich entfaltende Gleichgewicht der Pflanzen reguliert den Grundwasserspiegel, sorgt für ein natürliches Bodenklima und gesunde Atemluft. Die Bäume speichern Wasser und wandeln Sonnenenergie in Sauerstoff und Holz um. So entsteht ein natürlicher Wald, durchzogen mit Wegen und einzelnen Lichtungen, in deren Mitte sich ein angenehmer Lebensraum für Mensch und Tier bildet. Auf jedem Landsitz gibt es ein oder mehrere natürliche oder angelegte Wasserflächen, Brunnen und/oder Quellen. Sie geben in bester Qualität Wasser für Pflanzen, Tiere und Menschen. Komposttoiletten und lebende Pflanzenwurzeln wandeln Ausscheidungen in wertvollen Humus-Dünger.

Was sich für einige wie Rück-Schritt anfühlen mag, ist für uns die Rück-Besinnung auf die einfache natürliche Lebensweise welche weder Ausbeutung noch Kriege benötigt für eine erfülltes Leben. Doch da ist noch eine wichtige Frage...

Hat Deutschland genug Platz für diese Idee?

Rechnen wir mal ganz simpel: Derzeit leben 80,4 Mill. Menschen in Deutschland, auf einer Fläche von 35,7 Mill. Hektar, davon werden ca. 16,9 Mill. Hektar landwirtschaftlich genutzt. Teilen wir die Landwirtschaftsfläche durch die Einwohnerzahl, könnte jeder Mensch auf 2102 m² seine Nahrung anbauen. (Stand 2014)

Bilden fünf Menschen eine Familie und gestalten ihren "Landanteil" gemeinsam, beispielsweise ein Mann und eine Frau mit zwei Kindern und einem Großelternteil, dann ergibt das eine Fläche von 1,051 Hektar (10510m²) für reine landwirtschaftliche Produktion ohne Chemikalien, den Platz für ein Haus, für Wald und Obstwiese, für einen Teich und mehr. Hier drängt sich eine weitere wichtige Frage auf…

Kann sich eine fünfköpfige Familie von einem Hektar ernähren?

Ein Rechenbeispiel macht es deutlich; 2006 lagen die durchschnittlichen Ernteerträge für Kartoffeln bei 36 Tonnen pro Hektar. Quelle: Union der deutschen Kartoffelwirtschaft 

Eine Familie könnte also von einem Hektar jeden Tag 100 kg Kartoffeln essen. Eine fünfköpfige Familie mit Kindern und Großeltern bedarf aber höchstens 5 kg Kartoffeln am Tag, wenn Kartoffeln ihr Grundnahrungsmittel sind. Sie könnten ihren Bedarf an Kartoffeln demnach mit 500 m² Garten decken. Auf weiteren 1500 m² könnten Gemüse, Obst, Nüsse und Kräuter wachsen.

Eine fünftköpfige Familie kann also ihren Nahrungsmittelbedarf mit 0,2 Hektar decken, vorausgesetzt, sie ernährt sich direkt von den Pflanzen, ohne den Umweg über Tiere. Auch der Anbau von Getreide als weiteres Grundnahrungsmittel wäre in diesem Rahmen möglich. Auf weiteren 0,8 Hektar ist ausreichend Platz für Wohnhaus, Wald, Arbeitsbereichen, Wasserflächen, Obstwiesen und mehr. Nun will nicht jeder Kartoffeln  und Gemüse anbauen, doch...

rechen wir mal weiter...

Rechen wir zu den 16,9 Mill. Hektar Landwirtschaftliche Nutzfläche auch die restlichen 18,8 Mill. Hektar Deutschlands mit ein, so ergibt sich eine anteilige Fläche von 2,22 Hektar für eine fünfköpfige Familie in Deutschland.

Eine Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks auf 2,2 Hektar pro Familie ist demnach möglich!

Wie werden die 2,22 Hektar im einzelnen aufgeteilt:

  • Auf 1,0 Hektar lebt die Fünfköpfige Familie in hohem Grad an Selbstversorgung
  • 0,3 Hektar werden für gemeinschaftliche Strukturen (Werkstätten, Schule, etc.) genutzt
  • weitere 0,3 Hektar bestehen in der anteilligen Nutzung von Wildnisfläche
  • im Wert von weitern 0,3 "Global-Hektar" werden Produkte aus anderen Regionen genutzt
  • weitere 0,32 Hektar gelten für die anteilige Nutzung regionaler Infrastrukturen (Wegenetz und Wasserflächen)

Und wie weiter...

Ist das weiter optimierbar?

Stell dir eine Dorfgemeinschaft von 100 Familien vor. Jede Familie lebt und arbeitet auf 1,0 Hektar Land und kann davon gut leben. 100 Familien sind 100 Hektar Fläche, plus die Anteiligen 30 ha für gemeinschaftliche Strukturen und 30 ha Wildnisfläche. Überschüsse werden für Produkte aus anderen Regionen getauscht. Es ist ein Dorf, das seine Acker-, Wald-, Wasser- und Gemeinschaftsflächen rational und sinnvoll in eine naturkonforme Struktur gewandelt hat.

Jeder mag nun selber entscheiden ob er Teil des Problems bleiben will oder Teil der Lösung werden möchte.

Wir haben nur diese eine Erde!

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Siedlung

Diese Erde braucht keine Menschen!

Wir Menschen aber brauchen diese Erde!

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